Flora und Rote Liste von Hessen's Journal

September 19, 2022

100.000 Beobachtungen!!!

Liebe Freundinnen und Freunde der hessischen Flora,
ein Jahresziel haben wir nun schon im September geschafft: es sind bereits über 100.000 Beobachtungen aus der hessischen Pflanzenwelt hochgeladen worden. Vielen, vielen Dank dafür!!! Das ist eine unglaubliche Gemeinschaftsleistung auf die wir sehr stolz sein können!
Im August und September gab es keine weitere Vorschläge mehr für Arten des Monats. Hauptgrund dafür war die anhaltende Trockenheit, die viele Wiesen früher als sonst vertrocknen ließ und auch in anderen Lebensräumen für starke Veränderungen sorgte.
Danben ist es nun auch an der Zeit Feedback zu sammeln und auf die bisherigen Erfahrungen einen kritischen Blick zu werfen. Während in der Anfangszeit des Projektes die Arten des Monats einen deutlich sichtbaren Anteil an den Beobachtungen hatten, schien ihre Bedeutung mit der Zeit zu sinken. Vielleicht liegt das an der insgesamt gestiegenen Zahl von Beobachtungen, vielleicht aber auch daran, dass die meisten doch lieber schauen wollen, was sie schönes finden anstatt gezielt bestimmte Arten zu suchen. Bitte gerne in die Kommentare schreiben, ob wir in der nächsten Saison wieder auf Arten des Monats aufmerksam machen sollen oder ob das weniger interessant ist.
Vielen Dank und weiterhin tolle Beobachtungen,
das Zebra

Posted on September 19, 2022 20:06 by zebra1193 zebra1193 | 2 comments | Leave a comment

July 01, 2022

Art des Monats Juli: Der Kiefernwald-Adlerfarn

Hitze und Trockenheit haben das Grünland in strohgelbe Landschaften verwandelt und die meisten Wiesen haben bereits den ersten oder sogar zweiten Schnitt hinter sich. Im Juli zieht es uns Pflanzenfreunde deshalb wieder vermehrt in den Wald, der mit Abkühlung und Schatten lockt. Mit kühlem Kopf und lässt es sich dort wunderbar nach unserer Art des Monats suchen, dem Kiefernwald-Adlerfarn (Pteridium pinetorum). Für Hessen kennen wir Vorkommen der Art bisher nur aus der Untermainebene, wo sie in sandigen Kiefernforsten wächst. Die Kiefer wird in den Flugsandgebieten am Main bereits seit Jahrhunderten als Forstbaum angebaut (im Frankfurter Stadtwald seit 1426) und mit ihrer Kultur hat sich wohl auch unsere Art des Monats klammheimlich ausgebreitet.

Die Kiefernwald-Adlerfarn ist der kleine Bruder des bis über 2 m hohen, gewöhnlichen Adlerfarns (P. aquilinum). Botaniker haben ihn jedoch meist verkannt, dabei lassen sich beide Arten bei genauerem Hinsehen gut voneinander unterscheiden. Der Kiefernwald-Adlerfarn wird nicht höher als 1 m und wächst in lückigen Beständen, sodass man zwischen den einzelnen Farnen umherlaufen kann, ohne dabei eine Pflanze zu berühren. Wer das in einem gewachsenen Bestand des gewöhnlichen Adlerfarns schafft, sollte sich danach auf jeden Fall drei Spaghettieis genehmigen! Die Farnwedel sind in der Aufsicht breit dreieckig und die Blattspindel (der „Stengel“) ist oberhalb des ersten Fiederblattpaars (den „Blättern“) abgebogen, sodass das alle übrigen Fiederblattpaare nicht übereinanderstehen. Der Kiefernwald-Adlerfarn hat also ein bogenförmiges Erscheinungsbild, während der gewöhnliche Adlerfarn in der Regel aufrecht steht.

Für die Bestimmung solltet ihr stets mehrere Pflanzen in der Mitte eines Bestandes heranziehen, da die randständigen Pflanzen oft kleiner sind und besonders beim gewöhnlichen Adlerfarn Übergansformen zeigen. Weitere hilfreiche Unterscheidungsmerkmale findet ihr in diesem schönen Übersichtsartikel (Frank 2008; http://botanischer-verein-sachsen-anhalt.de/wp-content/uploads/2016/11/Flo-Kart_2008_029-040_Frank.pdf). Je mehr Fotos ihr von relevanten Merkmalen macht, umso dankbarer werden euch die „IDler“ später bei der Überprüfung eurer Beobachtungen sein!

Generell ist unsere Art des Monats überall dort zu erwarten, wo die Kiefer als Forstbaum genutzt wird. Es lohnt sich also genauer hinzusehen!

emartinee

Posted on July 01, 2022 21:57 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment

June 13, 2022

Der Vogelsberg: Ausflugsziel und Buchtipp

Der Vogelsberg gehört bislang zu den Regionen in Hessen, aus denen nur wenige Fundmeldungen eingehen. Nun steht noch ein langes Wochenende vor der Tür und vielleicht überlegt ja noch der eine oder die andere, einen Ausflug zu machen. Im Vogelsberg gibt es wunderschöne Ortschaften und kulturell einiges zu entdecken. Aber auch botanisch ist er eine Reise wert.
Wer nicht einfach auf gut Glück dort hinfahren möchte, dem sei aus der Reihe "Botanische Wanderungen" folgendes Buch empfohlen:
Bönsel, D. & Schmidt, P. (2016): Die Pflanzenwelt des Vogelsberges. 12 faszinierende Entdeckungstouren auf dem Vulkan. Quelle & Meyer Verlag. ISBN 978-3-494-01601-6
Das Buch gibt Anhaltspunkte, welche Arten auf den Wanderungen zu erwarten sind und hat einen umfangreichen Teil mit Pflanzenportraits. Nun könnte man meinen, dass doch alles bekannt ist im Vogelsberg und weitere Fundmeldungen gar nicht nötig seien. Aber wir sehen, dass die Landschaft im Wandel ist. Das Buch ist vor den beiden Dürrejahren 2018 und 2019 erschienen. Diese Extremjahre haben deutliche Spuren in der Landschaft hinterlassen, die Artenzusammensetzung von Wäldern und Wiesen hat sich gebietsweise stark verändert. Aber auch ohne diese Extreme sorgen Nährstoffeinträge und Veränderungen in der Landnutzung zu einer veränderten Artenzusammensetzung. Deshalb ist es auch in ehemals gut erforschten Regionen weiterhin wichtig, zu schauen, welche Arten heute dort wachsen und aktuelle Beobachtungen zu dokumentieren.
Ob im Vogelsberg oder vielleicht direkt vor der eigenen Haustür, ich wünsche allen ein entspanntes langes Wochenende und interessante Entdeckungen!
Das Zebra

Posted on June 13, 2022 21:31 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment

May 31, 2022

Arten des Monats Juni: Der Saat-Mohn und seine Doppelgänger

Der Juni ist immer eine gute Zeit, um nach Ackerunkräutern zu schauen. Im Moment fällt vor allem der Mohn ins Auge! Beim fotografieren ist es wichtig, dass man die Behaarung der oberen Stängelhälfte gut erkennt, so lässt sich der Klatsch-Mohn am einfachsten vom Saat-Mohn unterscheiden. Aber Mohn ist doch recht häufig, warum danach schauen? Der Saat-Mohn hat zwei Doppelgänger, den Verkannten Mohn und den Gelbmilchenden Mohn. Die Unterscheidung gelingt tatsächlich am besten anhand des Milchsaftes, der aus verletzten Pflanzen austritt und sich entweder direkt an der Luft oder erst nach Ausstreichen auf ein Blatt Papier verfärbt! Worauf es ankommt, sieht man hier: http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Mohngewaechse/dubium.htm#Mohn%20Verkannter
Die Verbreitung der einzelnen Arten in Hessen ist bislang nicht hinreichend bekannt. Wer Lust kann sich ja für die nächsten Touren mal ein Blatt Papier einstecken und auf Mohn-Suche gehen. Die findet man übrigens nicht nur auf Äckern sondern auch auf Brachen und Ruderalstellen.
Recht neu ist, dass auch der aus Gärten bekannte Türkische Mohn öfter mal verwildert gefunden wird.
Und besonders freuen kann man sich, wenn man den inzwischen selten gewordenen Sand-Mohn findet! Dieser wächst bevorzugt auf sandigen Äckern, kommt aber auch manchmal auf Bahnflächen und Brachen vor.
Auch beim Mohn gibt es allerhand zu entdecken!
Euer Zebra

Posted on May 31, 2022 10:53 by zebra1193 zebra1193 | 3 comments | Leave a comment

May 03, 2022

Arten des Monats Mai: Einbeere und Knöllchen-Steinbrech

Es ist nicht einmal zwei Wochen her, dass wir uns über 75.000 Beobachtungen gefreut haben und nun sind es bereits 80.000! Für so viel Engagement gibt es dieses Mal zwei Arten des Monats, eine aus dem Grünland und eine aus dem Wald.
Der Knöllchen-Steinbrech, der große Verwandte des Dreifinger-Steinbrechs, den man auch im Moment noch sehen kann, fühlt sich vor allem auf mageren Wiesen wohl. Und da magere Wiesen immer seltener werden, gehen auch die Bestände vieler Wiesen-Pflanzen zurück. Der Knöllchen-Steinbrech (Saxifraga granulata) ist gegenüber den Veränderungen zwar noch etwas robuster als viele Arten, die bereits als gefährdet oder vom Aussterben bedroht gelten, aber auch er geht zurück. In der aktuellen Roten Liste wurde er bereits in zwei der vier hessischen Regionen auf die Vorwarnliste gesetzt. Für eine möglichst fundierte Bewertung in der nächsten Liste benötigen wir aktuelle Verbreitungsdaten. Daher: bitte Vorkommen des Knöllchen-Steinbrechs melden! Neben Wiesen besiedelt er mitunter auch magere Böschungen und andere Lebensräume mit eher niedrigem Nährstoffgehalt.
Aber auch im Wald gibt es immer noch einiges zu sehen. Eher ein Spätzünder unter den Frühlingspflanzen ist die Einbeere, die sich jetzt im Mai so richtig entwickelt. Sie ist unverwechselbar mit ihren vier Blättern, die übrigens Paris und die drei Göttinnen symbolisieren, und der darüber „schwebenden“ Frucht, die für den goldenen Apfel steht, den der arme Paris der schönsten der drei Göttinnen überreichen sollte. Daher heißt die Pflanze mit wissenschaftlichem Namen Paris quadrifolia. Übrigens findet man manchmal auch fünfblättrige Einbeeren. Das ist ein bisschen so wie mit dem vierblättrigen Kleeblatt. Die Verbreitung in Hessen ist eher lückig, die Einbeere ist nicht in jedem Wald zu finden. Wir freuen uns über Meldungen, die unsere Kenntnisse zur Verbreitung der Art verbessern.
Einen tollen Wonnemonat wünscht
das Zebra

Posted on May 03, 2022 20:49 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment

April 25, 2022

Exkursionen Bensheim 29.4.2022 und Billings 14.5.2022

Vor einiger Zeit habe ich bereits das Jahresprogramm der Exkursionen für den Raum Südhessen übermittelt.
Heute möchte ich an die Exkursoinen am 29.4. in Bensheim sowie am 14.5. in Billings erinnern. Zur Exkursions-Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung sowie mindestens ein Selbsttest nötig.
Wer teilnehmen möchte, kann mir gerne eine PM schreiben, dann kann ich die Informationen zur Anmeldung und zum Treffpunkt weiterleiten bzw. den Kontakt zu den Exkursionsleitern herstellen.
Euer Zebra

Posted on April 25, 2022 15:18 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment

April 22, 2022

Danke für 75.000 Beobachtungen!

Zum Ende des Osterfestes haben wir einen weiteren Meilenstein für unser Projekt erreicht: 75.000 Beobachtungen von Wildpflanzen in Hessen! Vielen Dank dafür an alle Beobachter und Beobachterinnen, die dazu beigetragen haben und somit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Kenntnis über die hessische Flora zu verbessern!
Einen besonderen Dank möchte ich auch an all jene richten, die ehrenamtlich zur Qualitätssicherung der Daten beitragen, in dem sie Beobachtungen nachbestimmen, IDs vergeben und kultivierte Exemplare ohne Kennzeichnung aufspüren. Dies alles trägt dazu bei, dass unser gemeinsamer Datensatz zum hochwertigen Datenschatz wird, mit dem dann auch tatsächlich wissenschaftlich gearbeitet werden kann.
Aktuell sind etwas mehr als 15.000 Beobachtungen in Hessen ohne ID. Damit haben wir den Anteil deutlich verringern können und sind auf einem guten Weg. Andererseits sind noch immer 20 %, d.h. jede fünfte Beobachtung, ohne ID.
Gemeinsam können wir daran arbeiten, dass wir hier noch besser werden. Und zwar nicht nur durch Bearbeiten der bereits vorhandenen Beobachtungen, was sich nicht jeder zutraut. Aber jeder kann beim Fotografieren zukünftiger Beobachtungen darauf achten, dass möglichst viele Merkmale der Pflanze gut zu erkennen sind, damit die Pflanze auch von anderen erkannt werden kann. Es ist ja immer etwas anderes, ob man die Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung vor sich sieht oder nur ein Foto. Also gebt den „IDern“ eine Chance und zeigt möglichst verschiedene Ansichten (zB Blüten nicht nur von oben, bei vielen Arten sind Kelche und Blütenstiele wichtige Merkmale!) :)

Im Moment ist es draußen nach wie vor im Wald besonders spannend, aber wie die vielfältigen Beobachtungen der letzten Tage zeigen, erwacht die Natur nun überall. Jetzt ist die beste Zeit, um den Dreifinger-Steinbrech (Saxifrage tridactylites) zu suchen. Die kleine und oft übersehene Pflanze mit den besonders geformten Blättern, könnte man im Vorbeigehen fast für ein Hungerblümchen halten. Zu finden ist der Steinbrech, der Name sagt es schon, auf steinigen Untergründen, wo er wenig Konkurrenz hat, z.B. auf Schotterparkplätzen, unbefestigten Bahnsteigen, manchmal auch in Pflasterfugen.

Ein schönes Wochenende,
Euer Zebra

Posted on April 22, 2022 05:56 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment

April 15, 2022

Schöner wird‘s nicht!

Feiertage, Sonnenschein und die Frühblüher blühen in Hessens Wäldern! Was könnte es schöneres geben als in diesen Tagen auf Entdeckungstour zu gehen? Moschuskraut, Haselwurz, Gelbes Windröschen, Hybrid-Lerchensporn sind besonders gesucht, aber auch Buschwindröschen, Hohler und Gefingerter Lerchensporn, Bärlauch und Seltsamer Lauch präsentieren sich jetzt von ihrer besten Seite. Daneben gibt es verwilderte Blausterne und Traubenhyazinthen zu entdecken.
Ich wünsche allen schöne Feiertage!
Das Zebra

Posted on April 15, 2022 07:49 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment

April 04, 2022

Moschuskraut - Art des Monats April 2022

Auch wenn das Aprilwetter bisher in Hessen ein wenig zu wünschen übrig lässt, gibt es draußen jeden Tag etwas neues zu entdecken. Im Wald ist es derzeit besonders interessant. In frischen bis feuchten, nährstoffreichen Laubwäldern ist unsere aktuelle Art des Monats zu finden: das Moschuskraut (Adoxa moschatellina). Die Verbreitungskarte auf www.floraweb.de zeigt für Hessen eine lückige Verbreitung an. Gern würden wir mehr über die Verbreitung des unscheinbaren Frühblühers wissen - wer kann es finden?
Und natürlich gibt es im Wald noch viel mehr zu entdecken, mit dem Gelben Windröschen ist jetzt auch eine Art des Monats aus dem letzten Jahr besonders gut zu sehen.
Euer Zebra

Posted on April 04, 2022 19:56 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment

April 01, 2022

Exkursion 2.4.2022 abgesagt

Leider muss die Exkursion morgen aus Witterungsgründen abgesagt werden. Die nächste Exkursion in Südhessen findet am 29.4. statt.
Euer Zebra

Posted on April 01, 2022 18:13 by zebra1193 zebra1193 | 0 comments | Leave a comment